Jetzt – einfach nur das

Oft verlieren wir uns im Alltagsgeschäft in Nebensächlichkeiten, in Grübeleien über eine nicht abgeschlossene Vergangenheit oder eine imaginäre Zukunft. Die bringt uns unseren wichtigen Zielen nicht näher und verursacht eine Menge Stress. Hier eine kleine Übung, die Sie augenblicklich in den gegenwärtigen Moment zurückbringt:

Wenn Sie die Zeit dafür erübrigen können, dann machen Sie einen kleinen Spaziergang (Sie können das zur Abwechslung auch in Ihrer Mittagspause tun); wenn dies nicht möglich ist, dann können Sie die Übung aber auch an jedem anderen Ort durchführen.

1) Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf irgendein Objekt und fragen sich still: "Was ist jetzt wirklich wichtig?"

2) Bleiben Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit bei dem Objekt und antworten sich still: "Nur das".

3) Machen Sie dies mit verschiedenen Objekten.

4) Wiederholen Sie die Übung mit der Frage: "Was ist jetzt hier?"

5) Antworten Sie wieder mit: "Nur das".

6) Machen Sie auch dies mit verschiedenen Objekten.

Machen Sie diese kleine Übung, so oft sich Ihnen die Gelegenheit dazu bietet - möglicherweise gehen Ihnen die Gelegenheiten irgendwann aus (weil Sie sich nur noch in der Gegenwart befinden)

Was ist Ihnen wirklich wichtig?

Stöhnen Sie manchmal unter der Last der Aufgaben? Darüber, dass Sie kaum Zeit haben für die Dinge, die Sie eigentlich schon immer mal machen wollten, aber nie dazu kommen? Dann probieren Sie einmal folgendes:

Erstellen Sie eine Liste derjenigen Dinge oder Tätigkeiten, die Ihnen wirklich wichtig sind, die Ihnen am Herzen liegen. Dann schreiben Sie auf ein anderes Blatt, womit Sie Ihre Zeit tatsächlich verbringen.

Nun vergleichen Sie beide Listen. Möglicherweise werden Sie dabei ein krasses Missverhältnis feststellen. Könnte es sein, dass die Zeitliste die "wahre" Liste ist? Und wenn Sie jetzt die Entschuldigung parat haben, das sei so, weil das von Ihnen erwartet wird: Fragen Sie sich mal, warum Sie diesen Erwartungen entsprechen wollen, und ob das auch in Zukunft so bleiben soll. Wenn ja, stehen Sie dazu und hören auf, über fehlende Zeit zu klagen.

(Nur so als Idee: Wir wäre es für Sie, das, was Sie tun müssen, mit mehr Freude zu tun und darüber hinaus mehr von dem zu tun, was Sie wirklich gern tun möchten?)

 

Achtsamkeit Experiment 2

Achtsamkeit ist die völlige Ausrichtung der Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Augenblick. Wenn Sie jetzt glauben, das nicht zu können, lade ich Sie zu einem weiteren Experiment ein:

Nehmen Sie einen handlichen Gegenstand, zb. B. ein Stück Obst (ein rohes Ei macht es noch wirkungsvoller ;-)) oder Ihren Schlüsselbund und werfen Sie ihn in die Luft. Bleiben Sie entspannt und locker, und fangen Sie ihn wieder auf.

Jetzt rufen Sie sich den Augenblick in Erinnerung, als Ihr Gegenstand in der Luft schwebte. An was haben Sie in dem Moment gedacht? An Ihr Frühstück? An die Arbeit, die noch vor Ihnen liegt? An das, was Sie gestern getan haben? Oder haben Sie in dem Moment vielmehr an nichts gedacht, sondern waren mit Ihrer ganzen Aufmerksamkeit bei dem Gegenstand? Vielleicht gingen Ihnen vorher irgendwelche Gedanken durch den Kopf, bevor Sie den Gegenstand in die Luft warfen, oder nachdem Sie ihn gefangen hatten. Doch während des Wurfs waren Sie nichts als reine Aufmerksamkeit! Sie hielten Ihre Arme bereit und warteten darauf, dass der Gegenstand wieder herunterfiel. Sie waren völlig offen und präsent, und Ihr Körper war wach und voller Energie. Ist das nicht ein äußerst angenehmes Gefühl?

Wollen Sie mehr davon? Am liebsten immer?

 

Übungen zur Achtsamkeit

Betrachten Sie Ihren linken Daumennagel für die Dauer von zwei Minuten; wenn Ihre Aufmerksamkeit abschweift, dann holen Sie sie ganz einfach wieder zurück und machen weiter.

Wesentlich ist, dass Sie sich nicht dazu zwingen, sich auf etwas zu konzentrieren - es geht um sanfte, entspannte Aufmerksamkeit. Gedanken und Gefühle, die Ihre Aufmerksamkeit ablenken, werden nicht unterdrückt oder ausgeblendet, sondern einfach wahrgenommen; sie versuchen auch nicht, sie loszuwerden. Lassen Sie Ihre Aufmerksamkeit mühelos wieder zu Ihrem Daumennagel zurückwandern.

Wiederholen Sie dies mit Ihrem rechten Daumennagel, dem Sekundenzeiger Ihrer Uhr und mit weiteren Objekten.

Und nun: nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, wo Sie nichts anderes tun, außer einfach irgendetwas wahrnehmen. Wie würden Sie es bezeichnen? Und wie ist es, wenn Sie das Objekt einfach nur wahrnehmen, ohne es mit irgendetwas zu bezeichnen?

Dann: fahren Sie fort mit dem achtsamen Wahrnehmen Ihrer Umgebung und beobachten weiter, was es dort alles gibt:

  • Was können Sie dort alles an Farben und Formen bemerken?
  • Was gibt es dort alles an geraden Linien und gekrümmten Linien?
  • Welchen Raum nehmen die Dinge ein?
  • Und: können Sie auch den Raum zwischen den Dingen wahrnehmen?
  • Wie fühlt es sich an, die Dinge zu sein?

 

Genießen Sie die Übungen und machen Sie sie, so oft Sie nur möchten.

 

Ein Tipp für den Alltag:

Schaffen Sie sich Erinnerungshilfen, um für einen Augenblick innezuhalten und achtsam zu sein, z. B. bestimmte Geräusche wie das klingelnde Telefon oder ein hupendes Auto oder das Läuten von Glocken. Seien Sie kreativ.

Seien Sie bei allem, was Sie tun, achtsam und bewusst - so wird der Alltag zu Ihrer Übung in der Gestaltung eines entspannten und bewussten Lebens.

 

Achtsamkeit Experiment 1

Achtsamkeit ist die Quelle von Lebensfreude und innerer Kraft

Hier ein zweiteiliges Experiment, um den Unterschied festzustellen:

  • Gehen Sie fünf Minuten lang durch einen Raum (oder in der freien Natur). Lassen Sie dabei Ihren Blick ins Leere gehen und lassen Sie zu, dass Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit davongleiten. Wenn Ihnen dies nicht gelingt, dann bleiben Sie stehen und starren ins Leere. Beobachten Sie die Reaktion in Ihrer Stimmung und in Ihrem Gefühl, die Sie damit auslösen.

 

  • Danach gehen Sie fünf Minuten lang durch den Raum (oder in der freien Natur) und sehen Sie abei alles, was Sie sehen, intensiv an. Seien Sie, so mühelos, wie es Ihnen möglich ist, mit Ihrer vollen Aufmerksamkeit bei dem, was Sie gerade anschauen - jedes Detail, jede Kante, jeder Umriß, jede kleine Unebenheit. Sehen Sie dabei möglichst "wach" in die Welt. Beobachten Sie erneut Ihre Reaktionen in der Stimmung und im Gefühl, die Sie damit auslösen.

 

Haben Sie Unterschiede zwischen den beiden Teilen des Experimentes feststellen können, und wenn ja, welche?

Welche Auswirkungen könnte es wohl auf die Qualität Ihres Lebens haben, den Dingen bzw. anderen Menschen und dem Leben an sich mehr Aufmerksamkeit zu schenken?

 

Zengeist ist Anfängergeist

"Im Geist des Anfängers gibt es viele Möglichkeiten, im Geist des Experten gibt es nur noch wenige. Deshalb ist der Anfänger-Geist der wahre Zen-Geist."

(Shunruy Suzuki)