Leben ist Fühlen!

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Wir sind fühlende Wesen mit der Fähigkeit zu denken. Nicht umgekehrt!

Deshalb ist gutes Marketing immer großes Kino. Mit leisen Tönen. Die Kunst der Verführung. Und doch lassen sich Gefühle nicht kaufen! Auch wenn ein Marketing-Guru dies in seinem - zugegebenermaßen genial aufgemachten Buch ("Warum wir uns Gefühle kaufen") - behauptet. Das Buch orientiert sich an den sieben Todsünden der Kirche (die ich in einem anderen Kontext ebenfalls und als Modell zur Transformation verwende), aus denen dann die vom Autor sogenannten "Sieben Hochgefühle" hervorgehen. Diese Hochgefühle sollen durch allerlei spannende Inszenierungen ausgelöst werden (Oder, wie es in dem Buch heißt: "... wie es gelingt, Konsumenten diese willkommene Verführung anzubieten.") und den emotionalen Kick auslösen, nach dem viele Menschen sich so sehr sehnen. Und bereitwillig eine Menge Geld dafür ausgeben.

Das ist soweit auch alles wunderbar. Nur hat es einen Haken: den Strohfeuer-Charakter. Diese Kicks halten ja nicht lange an. Und verlangen nach weiteren Kicks mit stetig steigender Intensität. Gute Werbung weiß, wie Aufmerksamkeit versklavt wird! Und genau dabei bleibt das Fühlen auf der Strecke ...

Für mich ist das eigentlich Spannende an der ganzen Sache die Erkenntnis, dass es in unserer vermeintlich so rationalen und kopfgesteuerten Welt letztlich immer um das Fühlen geht. Von dem schon Goethe sagte: "Und was du nicht erfühlen kannst, das kannst du nicht erjagen!" Anders ausgedrückt: Ich fühle, also bin ich. Und: ich fühle (dich), also bist DU. Das zu realisieren, ist wesentlich für ein erfülltes Leben. Und für gelungene Beziehungen!

Nur da, wo ich präsent bin, bin ich ganz Mensch. Und das kann ich nicht denken, das kann ich nur fühlen. Und nur da, wo ich mit dir präsent bin und dich fühle, entsteht echter Kontakt, eine echte Begegnung. Wenn ich dich denke, nehme ich dich in deinem Wesen nicht wirklich wahr, sondern betrachte dich durch den verzerrenden Schleier ebendieser Gedanken. Und bin getrennt. Was eine der - wenn nicht DIE - Hauptursache menschlichen Leidens ist: Das Gefühl des Getrenntseins von sich selbst und anderen!

In meiner täglichen Arbeit mit Menschen sowohl als Ergotherapeut wie auch als Trainer und Coach bin ich nur dann wirklich wirksam, wenn ich präsent bin und fühle. Mich fühle, mit allem, was sich in mir abspielt. Und mein Gegenüber fühle mit allem, was sich in ihm abspielt. Daraus kann dann das entstehen, was zum Gelingen führt. Wie auch immer das im Einzelfall aussehen mag.

Kürzlich bat mich ein ehemaliger Kursteilnehmer um Rat. Er beabsichtigt, sich als Coach in einer Branche selbständig zu machen, die - zumindest oberflächlich betrachtet - eher analytisch und rational und also kopfgesteuert ausgerichtet ist. Viele Zahlen, Bits & Bytes. Nichts "Fühliges". Ihm ging es dann in seiner Bitte um meinen Rat auch weniger um eine Strategie - die hat er schon -, sondern mehr um seine innere Haltung seinen künftigen Klienten gegenüber. Also ein Beziehungsding. Was mit Menschen. Womit wir also wieder beim Fühlen sind (s.o.). Er hat für sich einige Eigenschaften definiert, die er als hilfreich erachtet. Und diese nun gerne in sich entwickeln und integrieren will.

Dazu hat er sich Merkkärtchen gebastelt, auf die er je eine dieser Eigenschaften notiert hat. Und diese so positioniert, dass er sich möglichst häufig am Tag daran erinnert. Doch das wird ebenso wenig funktionieren wie der alte (und nicht wirklich brauchbare) Selbstverbesserungstrick mit positiven Affirmationen, die in der ganzen Wohnung verteilt und an Wände und Kühlschränke geklebt werden.

Es funktioniert deswegen nicht, weil es auf der intellektuellen Ebene bleibt und gedacht und eben nicht gefühlt wird! ("Und was du nicht erfühlen kannst, das kannst du nicht erjagen!" - J. W. v. Goethe).

Fühlen ist eine Sache von Präsenz. Bewusstheit. Aufmerksamkeit. Fühlen bedeutet, mit der Aufmerksamkeit ohne Ablenkung bei etwas oder jemandem zu sein. Und das ist etwas, das sich üben lässt. Aber nicht kaufen. Große Gefühle wecken durch großartige und außergewöhnliche Inszenierungen ist wunderbar ... für den Moment. So wie ein guter Film. Doch wesentlich ist das, was bleibt, wenn der Film aus und das Strohfeuer verglimmt ist. Das, was wesentlich ist, ist das Fühlen.

 

"Zen ist Fühlen - reine, unverfälschte Wahrnehmung.

Wir werden als fühlende Wesen geboren, jedoch überlagern unsere im Laufe der Zeit entwickelten Gewohnheiten diese Fähigkeit.

Fühlen ist nichts, was zum Gewohnten noch hinzukommt, sondern das Beseitigen all dessen, was nicht Fühlen ist.

Fühlen als solches ist sehr heilsam. Alle Probleme, Schwierigkeiten und Konflikte lösen sich im reinen, klaren Strahlen eines Augenblicks des Fühlens auf.

Fühlen ist einfach so. Kein Bewerten, kein Analysieren."

- Dae Gak

Zum Vertiefen:

Radikale Intimität - die Ekstase der Freiheit

(Sonderaktion bis 15. Jan. 2016!)

Mythos Bauchmuskeln

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Einige Gedanken zum Mythos Bauchmuskeln - Was im Kern falsch ist und wieso das zu Rückenbeschwerden führt:

Ich bin ein Bewegungsmensch. Schon immer gewesen. Wenn ich am Tag nicht meine 1 - 2 Stunden Auslauf habe, werde ich kribbelig. Nicht, dass ich nicht auch eine ganze Zeitlang still sitzen kann; das mache ich jeden Morgen, vom Zengeist umweht. Doch wenn ich meinen Auslauf nicht bekomme, fehlt mir was. Es hält mich fit. Und gesund.

Vor kurzem war mir das aber nicht mehr genug. Also schaute ich mich nach wirkungsvollen Programmen um, die mich unterstützen sollten. Und bin dabei auf einen Fitnesstrainer gestoßen, der amerikanische Elitesoldaten trainiert. Seine Methode fand ich sehr interessant: Mit geringstmöglichem Aufwand, auf kleinstem Raum und völlig ohne Geräte, nur mit dem eigenen Körpergewicht zu arbeiten - das kam mir sehr entgegen, da es sich hervorragend in den Tagesablauf integrieren lässt.

Dieses an und für sich sehr gute Konzept hat jedoch einen Haken. Eine Sache, die mir bei vielen Reha- und Fitnessprorammen aufgefallen ist: das Core-Konzept. Die Idee von der Körpermitte (Core = Kern), die in diesem und den meisten anderen mir bekannten Konzepten ein wesentliches Detail bzw. eine wesentliche Muskelgruppe ausser acht lässt - das innere Muskelkorsett.

Die Muskulatur unserer Körpermitte besteht aus einem äußeren und einem inneren Muskelkorsett. Das äußere Muskelkorsett umfasst die geraden sowie die inneren und äußeren schrägen Bauchmuskeln. Das sind die Muskeln, die für gewöhnlich trainiert werden, um dem Rumpf mehr Halt und Stabilität zu geben und nicht zuletzt auch, um für eine gute Optik ("Sixpack") zu sorgen. Doch geht das leider zu Lasten des inneren Korsetts - dem sog. querverlaufenden Bauchmuskel (Musculus transversus abdominis) in Verbindung mit der großen Lendenfaszie (Fascia thoracolumbalis) und den Musculi Multifidi der Lendenwirbelsäule.

Die Überbetonung des äußere Muskelkorsetts hat fatale Folgen für den Rücken, insbesondere für den Bereich der Lendenwirbelsäule. Denn es spielt genau in das Haltungsmuster, das der Arzt und Körpertherapeut Thomas Hanna im Rahmen seiner Theorie von der "Sensomotorischen Amnesie" als "Startreflex" definiert hat. Und das eine der Hauptursachen vieler Rückenbeschwerden insbesondere im Lendenbereich ist! Daher ist es so wichtig, den tatsächlichen "Core" - den querverlaufenden Bauchmuskel - zu trainieren!

Der querverlaufende Bauchmuskel ist der einzige der Bauchmuskeln, der direkt mit der Wirbelsäule verbunden ist. Und nur er kann, wenn er gezielt trainert wird, für tatsächlichen Halt und innere Stabilität sorgen. Dieses Nicht-Wissen sorgt dafür, dass viele rückenschmerzgeplagte Menschen zwar mit den besten Absichten ihre (äußere) Bauchmuskulatur trainieren und aber dennoch weiterhin Rückenbeschwerden haben. Die nicht selten sogar noch schlimmer werden, weil mit dem Stärken des äußeren Muskelkorsetts das innere geschwächt wird. Das hat etwas mit den verschiedenen Muskelfasertypen zu tun, worauf ich hier aber nicht näher eingehe. (Wenn's interessiert, gerne per Mail).

Die äußeren Bauchmuskeln zu trainieren, ist sehr verführerisch, da es relativ schnell zu ersten sichtbaren Erfolgen führt. Den inneren (querverlaufenden) Bauchmuskel zu trainieren, ist etwas aufwändiger. Und unspektakulärer. Es braucht eine Weile, bis man ausreichend Körperbewusstsein entwickelt hat, um ihn überhaupt erst einmal zu lokalisieren. Was Voraussetzung ist, um ihn gezielt trainieren zu können. Das Training selbst ist sehr einfach. Relativ wenig sichtbare Bewegung, dafür viel Spür- und Atemarbeit in Verbindung mit Zwerchfell und Beckenboden. Es braucht zwar einige Wochen, um erste deutliche Erfolge zu spüren. Dafür lässt sich dieses Training, wenn erst einmal das Bewusstsein für das innere Korsett geweckt worden ist, mühelos in nahezu alle täglichen Aktivitäten einbeziehen. Und da schließt sich der Kreis. Ich habe ein Programm entwickelt, welches das oben erwähnte Fitness-Konzept mit echtem Core-Training (also mit dem querverlaufenden Bauchmuskel ) verbindet und das sich sehr einfach ins tägliche Leben integrieren lässt.

Mein Rücken dankt es mir, mein Bauch dankt es mir, und der ganze Bewegungsmensch freut sich! Im übrigen wird dieses Programm Bestandteil meines neuen Rückenkurses - mehr dazu in Kürze (oder auch jetzt schon per Mail).

Btw., was mir beim praktischen Erkunden der teilweise sehr subtilen Zusammenhänge zwischen der tiefliegenden Muskulatur, dem Beckenboden und den faszialen Verbindungen geholfen hat, ist das Buch "Anatomy Trains" von Thomas Myers. Wenn du auf eigene Faust forschen willst, kann ich es dir sehr empfehlen!

Tipp

Lerne im Personal Embodiment Coaching, in Deinem KörperSein vollständig präsent zu sein. Du verkörperst Deine Einzigartigkeit und bringst diese authentisch zum Ausdruck: voll und ganz Du selbst! Weitere Informationen

Alles Gute im neuen Jahr!

Alles Gute im neuen Jahr!

Stille ist das Leuchten des Seins

Stille ist das Leuchten des Seins

Stille ist das Leuchten des Seins

(Gedanken zur Heiligen Nacht)

Wenn es still
Wird in der Nacht
Scheint aus dem Dunkel
Das Eine
In Allem hell erwacht
Atmend verbunden ineinander
Durchdrungen Heiliges Fließen
Alles
Im Einen
Leuchten der Unendlichkeit

 

Mit den besten Wünschen für ein stilles und besinnliches Weihnachtsfest,
Ralf Hiltmann

Und wer das Geschenk der Stille ganz praktisch erfahren will, kann sich hier einen inspirierenden Workshop herunterladen

(© Text & Foto Ralf Hiltmann)

… Wanderschuhe raus und los :-)

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Hallo liebe Leser,

in dieser und der kommenden Woche erscheinen keine Zenpower-Tipps, da ich Herbstferien mache - die Rhön zeigt sich gerade von ihrer farbenprächtigsten Seite. Der nächste Zenpower-Tipp kommt wieder am 26. Oktober.

Wenn auch Du Lust hast, die Farbenpracht dieses wunderbaren Oktobers mit Haut und Haaren zu erleben, dann findest Du hier einige Tipps und Übungen (was für den Frühling gilt, hat auch im Herbst seine Berechtigung :-) )

Alles Gute und eine schöne Zeit,
Ralf

Zengeist ist Anfängergeist

"Im Geist des Anfängers gibt es viele Möglichkeiten, im Geist des Experten gibt es nur noch wenige. Deshalb ist der Anfänger-Geist der wahre Zen-Geist."

(Shunruy Suzuki)