... oder: wie du aufhörst, dich mit den Tatsachen des Lebens anzulegen

Eigentlich ist der Umgang mit den Tatsachen des Lebens keine große Sache. Was es uns aber im Alltag oft erschwert, ist das Ego - diese ziemlich trickreiche und starre Ansammlung von Vorstellungen, Ideen und Konzepten über uns selbst, über andere und über das Leben.Nicht, dass das Ego etwas Schlimmes oder Verwerfliches wäre, das es zu zerstören oder zu überwinden gilt. Nein, es geht vielmehr darum, aufzuhören, sich mit diesem mächtig aufgeblähten Ding zu identifizieren.

Die amerikanische Zen-Meisterin Cheri Huber meint dazu:

"Folgende Worte sind austauschbar: Ich, Ego, Egozentrik, Konditionierung, Karma, Leiden. Ihnen gemeinsam ist die Definition, dass sie die Illusion von Trennung darstellen."

Und ihr zufolge geht es um "die Erkenntnis, dass es nichts Getrenntes gibt und zwar von Allem-das-Ist, von Gott, von der Essenz.

Es ist die von Augenblick zu Augenblick lebendige Bewusstheit, dass das Selbst, das ringt, nicht das ist, wer wir sind, sondern eine karmische Konditionierung, eine erlernte Reaktion auf das Leben, ein Überlebenssystem, das uns als Kindern diente, das aber seine Effizienz für uns als Erwachsene verloren hat. Man muss sich das klarmachen, begreifen und das Ego seiner Aufgabe entheben."

Und Cheri Huber hat auch einen sehr interessanten Ansatz, um mit dem Ego umzugehen:

"Ich lehre drei Vorgehensweisen, um die Identifikation mit der Konditionierung zu beenden: achtsam sein, nichts glauben, nichts persönlich nehmen. Ich lehre eigentlich nicht, dass man sich selbst akzeptieren muss. Ich fordere Menschen dazu auf zu sehen, dass die Dinge, die sie über sich selbst glauben, nicht wahr sind."

Wenn du also das nächste Mal bemerkst, dass du gerade mal wieder dabei bist, dich in deine Egogeschichten zu verstricken, halte inne und werde wach für das, was da geschieht.

Dann stelle all die Sachen, die du dir selbst erzählst, in Frage und zweifle sie an - glaube sie nicht so einfach.

Und was auch immer gerade geschieht - nimm es einfach nicht persönlich.

Tritt einen Schritt zurück, entspann dich und schau dem bunten Treiben einfach zu und lass es vorüberziehen :-)

Wenn du das vertiefen möchtest, dann schau mal hier.

 

Praktische Coaching-Tipps für den Alltag:

    • Achte ganz bewusst auf Deine inneren Selbstgespräche und insbesondere auf Deine Meinungen zu allen möglichen Dingen und Menschen.
    • Was auch immer auftauchen mag an Gedanken, Gefühlen oder Empfindungen, lass es einfach da sein. Du mußt nichts tun. Versuche nicht, es zu verändern oder es loszuwerden. Sei dir einfach dessen bewusst, was immer es ist.
    • Höre auf, zu reagieren: Wenn in einer bestimmten Situation eine Reaktion in dir auftaucht, sei es ein Gedanke oder Widerspruch, eine Emotion oder auch ein Bewegungsimpuls, dann versuche innezuhalten und die Reaktion zu stoppen. Nimm es nicht persönlich.

 

Hinweis in eigener Sache:

ZenBodyART - Bewusstsein, Bewegung und das Erwachen der KörperIntelligenz

Der Embodiment-Workshop